Der Sherlock-Holmes-Kanon
Vier Romane und sechsundfünfzig Kurzgeschichten. Niemand weiß, in welcher Reihenfolge.
7,9aus 4.412 Leserbewertungen · 60 Werke, 1887–1927
Der Kanon entstand über vierzig Jahre, in Fortsetzungen, in einer Monatszeitschrift. Deshalb ist „Womit fange ich an?“ hier schwieriger als bei jedem Zyklus, der als Zyklus geschrieben wurde — und deshalb gibt es diese Seite.

Warum das ein Knäuel ist
Drei Gründe, alle aus dem 19. Jahrhundert
Doyle schrieb keine Serie. Er schrieb Erzählungen für The Strand Magazine, eine im Monat, und erst Jahre später wurden sie zu Bänden gesammelt. Daher das erste Problem: „Die Abenteuer des Sherlock Holmes“ sind kein Roman, sondern zwölf einzelne Geschichten — und in der Buchhandlung sehen sie genau wie ein Roman aus.
Das zweite: 1893 stürzte Doyle Holmes die Reichenbachfälle hinab, weil er genug von ihm hatte. Die Leser des Strand kündigten ihre Abonnements, in London trug man schwarze Armbinden. Acht Jahre später gab er nach — zuerst mit dem „Hund von Baskerville“, dessen Handlung er vor den Tod verlegte, dann mit einer echten Rückkehr.

Das dritte ist praktischer Natur: sechzig Werke, aber nur sechs Bände mit Wertung. Leserbewertungen sammeln sich bei Bänden, nicht bei einzelnen Geschichten. Ein Ranking der Geschichten selbst gibt es deshalb schlicht nicht — weder bei uns noch anderswo.
Zwei Wege hinein
Beide sind richtig. Sie unterscheiden sich darin, was du vom ersten Abend willst
Von Anfang an
wenn du gern weißt, wie alles begann
- Eine Studie in Scharlachrot · 1887 — Watson kehrt aus Afghanistan zurück und sucht einen Mitbewohner
- Das Zeichen der Vier · 1890
- Die Abenteuer des Sherlock Holmes · 1892 — zwölf Geschichten
- dann der Reihe nach, Band für Band
Mit dem Besten
wenn du wissen willst, ob das überhaupt etwas für dich ist
- Die Abenteuer des Sherlock Holmes · 1892 — kurze Formen, der Stil in voller Stärke
- Der Hund von Baskerville · 1902 — am besten bewertet, 8,14
- zurück zu Eine Studie in Scharlachrot, sobald du weißt, dass du bleibst
Was du nicht tun solltest: „Das letzte Problem“ (in den „Memoiren“) vor dem „Hund von Baskerville“ lesen. Erlaubt ist es — Doyle hat sie selbst so veröffentlicht —, aber du verdirbst dir die einzige echte Wendung im ganzen Kanon.
Die sechs Bände mit Wertung
Die sechsundfünfzig Geschichten verteilen sich auf Sammelbände; bewertet werden die Sammelbände
- 1887 · Eine Studie in ScharlachrotRoman, die erste Begegnung — 7,95
- 1890 · Das Zeichen der VierRoman — 7,55
- 1902 · Der Hund von BaskervilleRoman, am besten bewertet — 8,14
- 1905 · Die Rückkehr des Sherlock Holmes13 Geschichten — 8,03
- 1915 · Das Tal der AngstRoman — 7,76
- 1927 · Sherlock Holmes’ Buch der Fälle12 Geschichten, der letzte Band — 7,88
Die „Abenteuer“ (1892) und die „Memoiren“ (1894) haben in unseren Daten zu wenige Bewertungen für eine Wertung. Wir zeigen lieber nichts, als zu raten.
Der Mann, der festlegte, wie Holmes aussieht
Sidney Paget, 1860–1908
Doyle beschrieb Holmes ein einziges Mal, knapp: groß, hager, Adlernase. Alles andere — die Mütze, der Umhang, das Profil, das heute die ganze Welt erkennt — hat der Illustrator des Strand erfunden. Paget zeichnete nach seinem Bruder Walter und gab ihm die Mütze, weil sich ein Gentleman so für eine Reise aufs Land kleidete.
Man erzählt sich, der Auftrag sei eigentlich für Walter bestimmt gewesen und die Redaktion habe die Namen auf dem Umschlag verwechselt. Die Familie Paget bestritt das — aber die Anekdote hat ein Jahrhundert überlebt, weil der Bruder tatsächlich Modell stand.

Alle Zeichnungen auf dieser Seite stammen von Paget und sind gemeinfrei — er starb 1908. Nichts davon ist generiert, und du darfst sie von hier mitnehmen, ohne uns zu fragen.
Was wirklich gefragt wird
Womit fange ich bei Sherlock Holmes an?
Mit „Eine Studie in Scharlachrot“ (1887), wenn du Holmes und Watson in der Reihenfolge kennenlernen willst, in der sie einander kennenlernten. Mit „Die Abenteuer des Sherlock Holmes“ (1892), wenn du den Stil lieber an kurzen Formen prüfst — das ist die Sammlung, die Doyle berühmt gemacht hat.
Wie viele Sherlock-Holmes-Bücher gibt es?
Der Kanon — die Werke, die Conan Doyle selbst geschrieben hat — umfasst 4 Romane und 56 Kurzgeschichten: 60 Werke in 9 Bänden. Alles andere stammt von anderen Autoren.
Muss ich sie der Reihe nach lesen?
Nein. Die Geschichten stehen für sich. Eine Ausnahme: „Das letzte Problem“ und „Das leere Haus“ gehören zusammen und müssen in dieser Reihenfolge gelesen werden — und erst, wenn du ein paar andere Bände hinter dir hast.
Welcher Band ist der beste?
Nach den Leserbewertungen „Der Hund von Baskerville“ (1902) — 8,14 von 10, der höchste Wert der sechs bewerteten Bände. Es ist auch die am häufigsten verfilmte Geschichte des Kanons.
Kann ich sie kostenlos lesen?
Die englischen Originale ja — Conan Doyle starb 1930. Sie stehen bei Project Gutenberg: A Study in Scarlet, The Adventures of Sherlock Holmes, The Hound of the Baskervilles. Mit Übersetzungen ist es anders — eine Übersetzung hat ihr eigenes Urheberrecht.
Lesen
Der ganze Kanon ist seit 1930 frei. Eine Gesamtausgabe in einem Band ist es nicht.
Partnerlink: ein Kauf darüber unterstützt BookRank, der Preis bleibt gleich.
Der ganze Kanon, Band für Band
Alle sechzig Werke in der Reihenfolge ihres Erscheinens, mit Jahren und Wertungen, wo es sie gibt — dazu dieselbe Liste in acht weiteren Sprachen.